Donnerstag, 9. Februar 2017

Sie erwiderte ihm: Ja, du hast recht, Herr! Aber auch für die Hunde unter dem Tisch fällt etwas von dem Brot ab, das die Kinder essen. (Mk 7,28)

05 Woche im Jahreskreis – Donnerstag

 

Evangelium:  Mk ‪7,24-30

In jener Zeit brach Jesus auf und zog von dort in das Gebiet von Tyrus. Er ging in ein Haus, wollte aber, dass niemand davon erfuhr; doch es konnte nicht verborgen bleiben.

Eine Frau, deren Tochter von einem unreinen Geist besessen war, hörte von ihm; sie kam sogleich herbei und fiel ihm zu Füßen.

Die Frau, von Geburt Syrophönizierin, war eine Heidin. Sie bat ihn, aus ihrer Tochter den Dämon auszutreiben.

Da sagte er zu ihr: Lasst zuerst die Kinder satt werden; denn es ist nicht recht, das Brot den Kindern wegzunehmen und den Hunden vorzuwerfen.

Sie erwiderte ihm: Ja, du hast recht, Herr! Aber auch für die Hunde unter dem Tisch fällt etwas von dem Brot ab, das die Kinder essen.

Er antwortete ihr: Weil du das gesagt hast, sage ich dir: Geh nach Hause, der Dämon hat deine Tochter verlassen.

Und als sie nach Hause kam, fand sie das Kind auf dem Bett liegen und sah, dass der Dämon es verlassen hatte.

 

Tagesimpuls:

Sie erwiderte ihm: Ja, du hast recht, Herr! Aber auch für die Hunde unter dem Tisch fällt etwas von dem Brot ab, das die Kinder essen. (Mk 7,28)

 

Die Frau akzeptiert die Zurückweisung Jesu, weil sie weiß, dass sie als Heidin nicht zum auserwählten Volk Gottes gehört, dass sie kein Recht, keinen Anspruch auf Erhörung ihrer Bitte hat. Aber: sie liebt ihre Tochter, wie eben Mütter lieben – und die Liebe in ihr gibt sich nicht freiwillig geschlagen – selbst nicht vom Messias. Sie gibt Jesus Recht, wo er Recht hat, „Ja, du hast Recht, Herr!" Aber dann setzt sie doch noch einmal an, einfach, weil sie liebt. Und die Liebe hört niemals auf. (1 Kor 13,

 

Sie erwiderte ihm: Ja, du hast recht, Herr! Aber auch für die Hunde unter dem Tisch fällt etwas von dem Brot ab, das die Kinder essen.

 

Ihr Verhalten ist ein schönes Beispiel dafür, wie wir eine häufige Gedanken-Falle in unserem Leben überwinden können: Dass wir nämlich bei einer Frage, Bitte oder einem Anliegen den Gesprächsverlauf vorher (!) in unserem Kopf vorwegnehmen – und dann entscheiden, dass „es sich nicht lohnt, weil der andere sowieso ablehnen wird...". Damit gehen wir aber der wirklichen Begegnung mit dem Anderen aus dem Weg, bleiben eingeschlossen in unseren eigenen Kopf, unsere eigene Gedankenwelt, können wir nicht bereichert, erstaunt, beschenkt und enttäuscht werden. Und - tun wir das nicht oft, um eine Enttäuschung zu vermeiden? Aber jetzt stellt sich die Frage: Was ist mir wichtiger, das Anliegen des anderen, für den ich kämpfe oder mein eigener „Gefühlsstatus"? Und echte Liebe kämpft für den anderen, eben weil die liebt!

 

Sie erwiderte ihm: Ja, du hast recht, Herr! Aber auch für die Hunde unter dem Tisch fällt etwas von dem Brot ab, das die Kinder essen.

 

Und so wird es auch heute Situationen geben, in denen wir innerlich wachsen können – Herausforderungen, Konflikte, Anfragen. Seien wir im Vertrauen auf Jesus mutig – gehen wir an den anderen heran, äußern wir ehrlich unsere Meinung und geben wir so allen eine Chance zu einer wirklichen Begegnung – und wir werden wahrscheinlich positiv überrascht werden! So wie die Mutter auch überrascht wurde, denn ihre Liebe hat in Jesus einen Gedankenprozess ausgelöst, der seine bisherige Begrenzung auf das eigene Volk in Frage stellte und einer universalen Ausweitung des Evangeliums den Weg bereitete. Denn die Liebe gibt sich nicht vorschnell geschlagen, sie kämpft, geht in die Begegnung, schöpft alle Möglichkeiten aus – sie hört niemals auf!

 

Gebet

Herr Jesus Christus, mehre heute durch deinen Geist unsere Liebe und gib uns heute die Kraft, den anderen wirklich zu begegnen, dass es durch unseren Mut zu wirklichen Begegnungen kommt, in denen Menschen verändert werden. Du hast durch dein Verhalten der Mutter gegenüber uns Mut gemacht, dass Deine Liebe in uns viel mehr bewirken kann, als wir uns vorstellen können. Danke für die Chancen des heutigen Tages!