Mittwoch, 8. Februar 2017

Denn von innen, aus dem Herzen der Menschen, kommen die bösen Gedanken, Unzucht, Diebstahl, Mord... (Mk 7,21)


05 Woche im Jahreskreis – Mittwoch

 

‪Aus dem Heiligen Evangelium nach Markus - Mk ‪7,14-23.

‪In jener Zeit rief Jesus die Leute zu sich und sagte: Hört mir alle zu und begreift, was ich sage:

‪Nichts, was von außen in den Menschen hineinkommt, kann ihn unrein machen, sondern was aus dem Menschen herauskommt, das macht ihn unrein.

‪Er verließ die Menge und ging in ein Haus.

‪Da fragten ihn seine Jünger nach dem Sinn dieses rätselhaften Wortes.

‪Er antwortete ihnen: Begreift auch ihr nicht? Seht ihr nicht ein, dass das, was von außen in den Menschen hineinkommt, ihn nicht unrein machen kann?

‪Denn es gelangt ja nicht in sein Herz, sondern in den Magen und wird wieder ausgeschieden. Damit erklärte Jesus alle Speisen für rein.

‪Weiter sagte er: Was aus dem Menschen herauskommt, das macht ihn unrein.

‪Denn von innen, aus dem Herzen der Menschen, kommen die bösen Gedanken, Unzucht, Diebstahl, Mord,

‪Ehebruch, Habgier, Bosheit, Hinterlist, Ausschweifung, Neid, Verleumdung, Hochmut und Unvernunft.

‪All dieses Böse kommt von innen und macht den Menschen unrein.

 

 

Tagesimpuls:

 

Denn von innen, aus dem Herzen der Menschen, kommen die bösen Gedanken, Unzucht, Diebstahl, Mord... (Mk 7,21)

 

Im Johannesevangelium in der Passion heißt es einmal über Judas: „Da fuhr der Satan in ihn" (Joh 13,27). Es wird ein genauer Zeitpunkt angegeben, wo das Böse in das Herz dieses Menschen kommt. Eine Versuchung mag äußere Auslöser haben, z.B. dass man etwas sieht oder hört; der Auslöser kommt von Außen. Der böse Gedanke dagegen kommt von Innen, aus dem Herzen. Manchmal sind es sogenannte obsessive Gedanken, also Gedanken, die Besitz von einem nehmen, die einen dann beherrschen und nicht mehr loslassen.

 

Denn von innen, aus dem Herzen der Menschen, kommen die bösen Gedanken, Unzucht, Diebstahl, Mord...

 

Daher schreibt Paulus: „Wir nehmen alles Denken gefangen, sodass es Christus gehorcht" (2 Kor 10,5). Es kann und darf nicht sein, dass ein Gedanke, den der Teufel uns eingegeben hat, beginnt, uns zu beherrschen. Jesus will uns Freiheit schenken, dass alles Denken ihm gehorchen kann. Wenn so ein obsessiver Gedanke kommt, der uns beherrschen will, dann müssen wir dagegen beten. Im Epheserbrief ermahnt uns Paulus, den geistlichen Kampf zu kämpfen, „denn wir haben nicht gegen Menschen aus Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern gegen die Fürsten und Gewalten, gegen die Beherrscher dieser finsteren Welt, gegen die bösen Geister des himmlischen Bereichs." (Eph 6,12). Diesen geistlichen Kampf nennt man auch Befreiungsgebet. Man kann es nach dem Vorbild Jesu beten: „Weg mit dir Satan!" (Mt 16,23). Auf diese Weise können wir obsessive Gedanken gefangen nehmen und frei werden von der Versuchung zur Sünde.

 

Denn von innen, aus dem Herzen der Menschen, kommen die bösen Gedanken, Unzucht, Diebstahl, Mord...

 

Die äußeren Umstände mögen Auslöser sein, aber sie sind nie schuld. Das Böse entsteht wie gesagt in unseren Herzen. Trotzdem lehrt uns die Klugheit, die äußeren Gelegenheiten zu meiden, vor allem dann, wenn wir noch schwach sind. Ein ehemaliger Alkoholiker z.B. muss nicht unbedingt in eine Kneipe gehen. Es kann für eine Familie klug sein, keinen Fernseher ins Wohnzimmer zu stellen. Ich kenne jemanden, der seinen Computer abgeschafft hat, weil er im Begriff war, durch seine Sucht die Familie zu zerstören. Es kann also geboten sein, die äußeren Dinge zu verändern, aus Klugheit, um nicht ständig Auslöser um sich herum zu haben. Das widerspricht nicht der grundsätzlichen Tatsache, dass das Böse nicht von den äußeren Gegebenheiten, sondern aus dem Herzen kommt.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du uns lehrst. Wir sollen ganz frei werden, du willst uns helfen, alle obsessiven Gedanken zu überwinden. Danke für deine Liebe, danke für deine Hilfe. Hilf uns aber auch ganz praktisch, im täglichen Leben. Hilf uns, dass wir Befreiungsgebete beten, wenn der Versucher uns angreift. Schenke uns das reine Herz, dass du uns versprochen hast (Ez 36,26).

 

 

Pastor Roland Bohnen