Mittwoch, 15. Februar 2017

Da legte er ihm nochmals die Hände auf die Augen; nun sah der Mann deutlich. (Mk 8,25)

06 Woche im Jahreskreis – Mittwoch

 

‪Aus dem Heiligen Evangelium nach Markus - Mk ‪8,22-26.

‪In jener Zeit kamen Jesus und seine Jünger nach Betsaida. Da brachte man einen Blinden zu Jesus und bat ihn, er möge ihn berühren.

‪Er nahm den Blinden bei der Hand, führte ihn vor das Dorf hinaus, bestrich seine Augen mit Speichel, legte ihm die Hände auf und fragte ihn: Siehst du etwas?

‪Der Mann blickte auf und sagte: Ich sehe Menschen; denn ich sehe etwas, das wie Bäume aussieht und umhergeht.

‪Da legte er ihm nochmals die Hände auf die Augen; nun sah der Mann deutlich. Er war geheilt und konnte alles ganz genau sehen.

‪Jesus schickte ihn nach Hause und sagte: Geh aber nicht in das Dorf hinein!

 

 

Tagesimpuls:

 

Da legte er ihm nochmals die Hände auf die Augen; nun sah der Mann deutlich. (Mk 8,25)

 

Dies ist eine besondere Bibelstelle, denn die Heilung, die Jesus schenkt, vollzieht er in zwei Abschnitten. Zweimal legt er die Hände auf, und jedes Mal wird es etwas besser. Das zeigt, dass manche Kranke einen Weg gehen müssen bis zu ihrer Heilung – und das auch bei einer übernatürlichen Heilung. Ähnlich wie beim Taubstummen nimmt Jesus auch diesen Kranken weg von der Menschenmenge. Und am Ende sagt er ihm sogar, er solle nicht in sein Dorf hineingehen, sondern sofort nach Hause. Das zeigt, dass der ehemals Blinde noch Zeit haben soll, das alles zu verarbeiten, er soll noch Ruhe haben, bevor er sich wieder in eine größere Menschenmenge begibt.

 

Da legte er ihm nochmals die Hände auf die Augen; nun sah der Mann deutlich.

 

Ähnlich wie vor kurzem beim Taubstummen (Mk 7,32ff) geht es also auch hier stärker um einen Heilungsprozess, der offensichtlich ein Zurückziehen von der Menschenmenge erfordert. Ich möchte aber auch noch einmal das wiederholte Beten unterstreichen. Bei einem Kongress erklärte ein berühmter freikirchlicher Heilungscharismatiker, Randy Clark, dass die meisten Heilungen, die er erlebt hätte, ca. nach dem siebten Heilungsgebet geschenkt worden wären. Seiner Erfahrung nach ist es also nur sehr selten so, dass nach einmaligem Beten eine sichtbare Heilung eintritt. Und das sagt jemand, der berühmt ist für sein besonderes Heilungscharisma, und bei dem offensichtlich sehr viele Heilungen geschenkt werden. Wir haben es auf dem Kongress miterlebt. Er betet in einem Anliegen, dann fragt er, ob es dem Patienten besser gehe, und wenn nicht , dann betet er noch einmal. Und das wiederholt er auch noch weitere Male, eben weil er die Erfahrung gemacht hat, dass Heilungen nach wiederholtem Beten geschehen.

 

Da legte er ihm nochmals die Hände auf die Augen; nun sah der Mann deutlich.

 

Vielleicht müssen wir noch mehr glauben und nicht so schnell aufgeben, wenn wir für jemanden um Heilung beten. Wenn es bei Jesus in mehreren Anläufen geschieht, dann darf das erst recht bei uns so sein. Das muss nicht heißen, dass Gottes Kraft zu schwach wäre – das war sie bei Jesus gewiss nicht – sondern vielmehr, dass der Kranke auch für seine übernatürliche Heilung einen Weg gehen muss, und das braucht seine Zeit.

 

 

Da legte er ihm nochmals die Hände auf die Augen; nun sah der Mann deutlich.

 

Wir sollen also glauben, auch wenn wir nicht gleich sichtbare Ergebnisse sehen. Wir sollen nie aufgeben zu hoffen. Wir sollen immer im Gottvertrauen leben und erwarten, dass Gott mehr und Größeres wirken kann. Vielleicht verhindern wir sogar manche Heilung, wenn wir zu schnell die Flinte ins Korn werfen. Wir dürfen und sollen alles Leid Jesus aufopfern, das ist sehr wichtig. Aber dem widerspricht in keinster Weise, dass wir auf Heil und auch auf Heilung und Heilszeichen hoffen und dafür beten.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du uns an dieser Stelle zeigst, dass wir mehrfach um Heilung beten sollen. Das gilt eigentlich für alles. Wir sollen nicht nur einmal beten, wir sollen beständig beten, und immer auf dich vertrauen, dass du noch Größeres bewirken kannst, als wir bisher erfahren haben. Jesus, ich will dir heute alles Leid aufopfern, aber zugleich will ich dein wunderbares Wirken erwarten.

 

 

Pastor Roland Bohnen